Nicht lange reden, TUN! Das denken sich auch in Vorarlberg immer mehr mutige Gründer und ziehen los, um vom Ländle aus die Welt zu erobern. Was sie antreibt, welche Hürden sie zu überspringen haben, wie sie – ihr Ziel immer vor Augen – einmal mehr aufstehen als hinfallen, davon erzählen fünf Jungunternehmer in knackig-kurzen Brainsnack Sessions, powered by Startupland Vorarlberg.

Wie schon in den vergangenen Jahren bekommen bei der Interactive West nicht nur die großen digitalen Player eine Bühne. Wir holen auch regionale Start-ups vor den Vorhang, denn genau da gehören sie hin, mit ihren kreativen, zukunftsweisenden und oft revolutionären Ideen.

Clarissa Steurer – CLARISSAKORK

Eines wusste Clarissa schon immer: Sie wollte die eigenen Ideen umsetzen und nicht die der anderen. Die Basis dafür schuf sie sich mit ihrer Ausbildung an der HTL für Bekleidungstechnik in Dornbirn. Viele berufliche Wanderjahre später – ihr Weg führte sie unter anderem nach Bulgarien und China – war Anfang 2018 der Zeitpunkt gekommen, all ihre Erfahrungen mit ihrer Leidenschaft für Interior Design und kreatives Arbeiten zu vereinen. Von ihrem Zuhause aus, das ist in Krumbach im Bregenzerwald, kreiert sie mit ihrem unkonventionellen Label CLARISSAKORK Teppiche und Wohnaccessoires aus Kork. Weltweit ist Clarissa die Einzige, die bestickte Korkteppiche fertigt. Pur und schlicht, hochwertig bestickt oder zauberhaft bedruckt für die Kleinsten. Bewundern und bestellen kann man die Unikate auf clarissakork.com.

Daniel Thorvaldsen – 1nfusion

Mit seiner revolutionären Technologie verspricht 1nfusion (sprich: onefusion) Abhilfe für ein Problem, mit dem Krankenhäuser weltweit konfrontiert sind: Tagtäglich werden Infusionspumpen eingesetzt, um die Medikamentenabgabe an Patienten zu kontrollieren. Durch die fehlende Sensorik sind die Infusions-Systeme jedoch langsam und unzuverlässig. Oft kommt es zu Fehlalarmen, und unerkannte Fehler können zu Komplikationen, Verletzungen und sogar zum Tod führen. Daniel hat mit 1nfusion eine Sensor-Integration entwickelt, die dieses Problem zum ersten Mal technisch und wirtschaftlich löst. Sensoren messen Flussdaten im Schlauch in Echtzeit und erkennen Fehler rasch und zuverlässig, was die Anzahl von Komplikationen in der Infusionstherapie signifikant senkt. Daniel gründete 1nfusion als Spin-off der ETH Zürich, wo er seinen Bachelor in Maschinenbau und den Master als Wirtschaftsingenieur machte. Seine Vision: In zehn Jahren soll die Sensor-Integration in der Infusions-Therapie etabliert sein und kein Patient mehr durch vermeidbare Infusionsfehler geschädigt werden.

Katerina Sedlackova – WAIBROsports

Katerinas kleine Schwester war mit einer Sehbehinderung auf die Welt gekommen. Für sie Antrieb, Lösungen zu finden, die das Leben eines Menschen mit Behinderung leichter machen. Als Begleitsportlerin im Skilanglauf wurde der gebürtigen Pragerin schnell klar, dass Bewegung in der freien Natur der Schlüssel zum Glücklichsein ist, trotz Behinderung. Als Thesis für ihr Studium Intermedia an der FH Dornbirn erstellte Katerina Konzept und Prototyp für SOCIUS, einen digitalen Begleiter für Blinde und Sehbehinderte. Im Zuge ihres Masterstudiums Interaction Design an der FH Joanneum in Graz entwickelte sie WAIBROsports. Der Navigationsgurt ermöglicht Blinden und Sehbehinderten das selbstständige Ausüben von Sportarten wie Langlaufen oder Laufen, indem er Echtzeitdaten der Umgebung durch Vibrationen an den Sportler weitergibt. Sozusagen als Begleitsportler und Motivator, wenn kein persönlicher Guide zur Verfügung steht. Zusätzlich bietet WAIBROsports eine Plattform mit speziellen Kartographen und Trainingsmodi an. Mit ihrem Start-up erregte Katerina, die seit Oktober vergangenen Jahres als Interface Designerin bei Alphagate Automatisierungstechnik GmbH in Rankweil arbeitet, großes Aufsehen, unter anderem als Finalistin bei der Idea Challenge des Science Park Graz sowie bei der Social Entrepreneur Challenge der Bundestagung der Jungen Wirtschaft Österreich.

Peter Krimmer – stAPPtronics GmbH

2016 wagte Peter den Schritt heraus aus seiner Komfortzone und gründete die stAPPtronics GmbH mit Sitz in Sulz. Jahrelange Rückenschmerzen befeuerten seine Idee: Menschen zu mehr Bewegung zu animieren und somit Körperbewusstsein, Wohlbefinden und Gesundheit zu steigern. Dafür entwickelte er die Sensorsohle stapp one. Eine smarte App zeichnet die Bewegungsdaten auf und mit der speziell entwickelten Diagnose-Software gibt’s auf Wunsch zusätzlich eine professionelle medizinische Analyse des Bewegungsverhaltens. Reale Langzeitmessungen, Symmetrie-Index und Fußdruckdarstellung vereinfachen die Selbstkontrolle des Stütz- und Bewegungsapparates, Biofeedback in Echtzeit auf Basis des Bewegungsprofils erhöht die Motivation. Und das alles ist ganz einfach anzuwenden dank voll integrierter und drahtloser Nutzung. In seinem Betriebswirtschaftsstudium spezialisierte sich Peter auf Unternehmensführung und Wirtschaftsinformatik und arbeitete über zehn Jahre für internationale Unternehmen in den Bereichen Interne Kontrolle, Risikomanagement & Sicherheit. Kein Wunder, dass Zahlen, Daten und Fakten für Peter nach wie vor eine zentrale Rolle spielen.

David Schmidmayr – SANlight GmbH

Davids Leidenschaft gilt Licht, Technik und Pflanzenbau. Mit hocheffizienten LED-Belichtungssystemen für großflächige Indoor-Anwendungen sorgt er für Nachhaltigkeit und Mehrwert im professionellen Gartenbau. Noch während seines Masterstudiums in Mechatronik gründete David mit seinem Studienkollegen Martin Anker die SANlight GmbH. Großer Vorteil der LED-Technologie: Sie produziert keine Abwärme, die den Pflanzen schadet und das Farb- und Lichtspektrum kann individuell auf die Pflanze und den gewünschten Wachstumsgrad adaptiert werden, was sowohl Quantität als auch Qualität wesentlich verbessert. Von seinen Mitbewerbern hebt sich SANlight durch die Forschung in hauseigenen Licht- und Elektroniklabors ab. Dafür gründete David, vormals wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungszentrum Mikrotechnik an der FH-Vorarlberg, die SANlight Research GmbH und SANlight Solution GmbH. Geforscht und produziert wird heute in der Alten Spinnerei Klarenbrunn in Bludenz. 2016 zeichnete die WKÖ das Unternehmen mit dem Born Global Champion Award aus.

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