Jan Bechler ist Founder der Online-Marketing-Beratungsgruppe Finc3, die Kunden in Digitalstrategien, eCommerce und Performance Marketing berät. Außerdem gründete der Hamburger die Social-Media-Agentur upljft und ist Initiator und (Co)-Host verschiedener Digitalkonferenzen. Mit fünfzehn startete Jan als Radiomoderator, arbeitete lange als DJ und organisierte Partys, seine erste Firma war eine Eventagentur. Er wollte aber, wie er selbst sagt, nicht sein Leben lang der Gute-Laune-Onkel bleiben. Und so zog es ihn ins Kaufmännische. Er studierte Betriebswirtschaft und machte den MBA mit Schwerpunkt Medienmanagement.

„Es geht darum, das Spiel nicht komplett bestimmen zu lassen, sondern auch selbst eine aktive Rolle zu spielen und aktiven Einfluss auf das Geschäft zu nehmen.“

Was ist das Geheimnis schnell wachsender Online-Unternehmen?

Am Ende ist es für jedes Unternehmen ein bisschen anders. Ich glaube, jedes Unternehmen muss für sich verstehen, wie eine echte digitale Wertschöpfung in der Branche und in dem Geschäftsmodell aussehen kann. Es braucht sehr viel Geschwindigkeit, Freude und Bereitschaft zu experimentieren, um in so einem wahnsinnig dynamischen Umfeld, in dem wir unterwegs sind, auch Schritt halten zu können und all die Veränderungen schnell für sich zu adaptieren. Keine Angst vor Fehlern oder dass Dinge auch mal nicht funktionieren, das gehört einfach dazu. Man macht ja vieles zum ersten Mal, das wär ja ein Wunder, wenn das immer gleich funktionieren würde. Man muss bereit sein zu akzeptieren. Wir helfen dabei, günstiger zu scheitern, also früher zu verstehen, warum eine Maßnahme auch nicht funktioniert und sie dann wieder abzuschalten. Liebe zu Daten und zu Technologie zu entwickeln, ohne die wird’s in der digitalen Welt nicht funktionieren.

„Da sind dann Leute, die sagen, na ja, jetzt muss ich es vielleicht noch zehn Jahre hier aushalten und eigentlich habe ich gar nicht so viel Lust auf diese Veränderung.“

Wo liegen die Knackpunkte beim Aufbau eines Digitalgeschäfts?

Die größte Herausforderung ist, wenn die Unternehmen aus dem großen Mittelstand kommen, aber nicht so richtig große Konzerne sind. Da gibt es zwar ein Bewusstsein für den Wandel, der da gerade passiert, häufig ist es dann aber sehr schwierig die Veränderungen ins Unternehmen zu tragen. Das hat ganz viel mit Kultur zu tun. Oft gibt’s zwischen der Chefetage und den Jungen, die innovativ denken, so eine „Le(ä)hmschicht“. Da sind dann Leute, die sagen, na ja, jetzt muss ich es vielleicht noch zehn Jahre hier aushalten und eigentlich habe ich gar nicht so viel Lust auf diese Veränderung, die verlangsamen dann auch vieles. Und das zweite Problem ist, dass der Mittelstand, wie in Deutschland, eben nicht nur in Berlin, Hamburg oder Düsseldorf sitzt, sondern irgendwo im nirgendwo, und da kriegen die ganz klar auch ein riesengroßes Problem im Recruiting. eCommerce oder Online-Marketingexperten, die find ich da einfach nicht, was dann ein großes Problem für die Umsetzung ist.

Alter: 39
Wohnt in: Hamburg
Firmen und Funktionen: Finc3 Marketing Group, uplift Social Media Agentur, Gründer

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