DIE ANTITHESE

Aya Jaff ist Deutschlands bekannteste Programmiererin, digitale Vordenkerin, Unternehmerin, Autorin. Und sie ist die lebende Antithese zum Klischee des männlichen, blassen und im stillen Kämmerchen sitzenden Computer-Nerds.

Ein hochdotiertes Stipendium brachte Aya Jaff mit neunzehn an die Draper University ins Silicon Valley, wo sie zur Zukunft der Logistik forschte und amerikanischen Gründerspirit inhalierte. Was die Tochter irakischer Flüchtlingseltern dort am meisten faszinierte: der unerschütterliche Optimismus.

„Mrs. Code“

Selbstvertrauen und Optimismus sprühen der 23-Jährigen aus jeder Pore. Kein Wunder, Aya ist als Digital-Expertin gefragte Speakerin, Interviewpartnerin renommierter Zeitungen, Fachzeitschriften und Talk-Shows, die ZEIT verpasste ihr den Titel „Mrs. Code“. Die Selfmade-Programmiererin gehört in Deutschland zu den einflussreichsten Meinungsmachern ihrer Generation.

Instrument zur Selbstermächtigung

Aya selbst sieht sich in erster Linie als Mentorin. Sie möchte vor allem Mädchen und Frauen ermutigen, sich selbst Großes zuzutrauen und die Scheu vor der technischen Branche zu überwinden. „Informatik ist nicht nur, dass du am Computer sitzt und tippst, sondern dass du wirklich etwas zum Bewegen bringen kannst.“ Das Programmieren sei dabei Mittel zum Zweck, ein Instrument zur Selbstermächtigung. „Das war der entscheidende Punkt, der mich begeistert hat.“

„Dafür reichen deine Noten nicht aus. Das war die Reaktion meines Mathematiklehrers,  als ich mein Interesse  für Informatik und Computer andeutete.“

Weil sie unbedingt tiefer in die Welt des Codings eintauchen wollte, gründete Aya schon in der Schule Programmierclubs. Sie entwickelte unter anderem das Online-Börsenspiel Tradity mit, das Schüler und Studenten spielerisch in die Welt der Börse einführt, weil sie selbst wissen wollte, wie die Börse funktioniert. „Nebenbei“ machte sie den Bachelor in Sinologie und Ökonomie. Ihre Learnings aus der Finanz- und Tech-Welt hat sie vor Kurzem in ihrem Buch „Moneymakers“ veröffentlicht. Nicht schlecht für jemanden, dem die Mathe-Noten beinahe das Abitur versaut hätten. Mit der CoDesign Factory ist sie seit gut einem Jahr erfolgreiche Digital-Unternehmerin.

Woher hast du dein unerschütterliches Selbstvertrauen? Meine Eltern und meine große Schwester haben immer darauf Wert gelegt, dass ich an mich selbst glaube und Dinge tun soll, die mir Spaß machen. Durch diese Bestärkung und durch deren bedingungslose Liebe habe ich mir immer mehr Dinge im Leben zugetraut.

Du gehörst zur „Generation Z“, der nachgesagt wird, dass ihr Work-Life-Balance am wichtigsten sei. Unternehmen müssen verstehen, dass ihre Mitarbeiter mehr wollen als nur gutes Gehalt. Oft heißt „Life“ für mich einfach nur, dass ich mir die Freiheit nehmen darf, auch mal nicht sofort antworten zu müssen und ich auch ein Privatleben habe oder mir ein paar Tage bewusst frei nehmen kann. Diese Freiheit habe ich wirklich liebgewonnen und ich möchte sie nicht mehr missen.

Worauf dürfen sich die Teilnehmer der IAW bei deiner Keynote freuen? Ich überrasche die Leute gerne mit meinem Thema – es wird vor allem um etwas Persönliches gehen. Ich hoffe, dass ich die Teilnehmer mit meiner Keynote motivieren kann, sich mehr zu trauen als bisher und ihren Horizont zu erweitern, sowohl im beruflichen Sinne als auch persönlich. Ich möchte nicht lange über die Zukunft reden, sondern über das Jetzt und Heute. Denn das ist ironischerweise das, was wirklich relevant ist für die Zukunft.

„Was mich am Silicon Valley am meisten fasziniert hat, ist der unerschütterliche Optimismus.“

Alter: 23
Wohnt in: Nürnberg
Firma/Engagements: CoDesign Factory, CEO und Co-Founderin

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